| Osteopathie Einführung |
Osteopathie ist eine eigenständige Heilmethode und Wissenschaft, die vom amerikanischen Arzt Dr. Andrew Taylor Still gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde und somit eine längere Tradition hat als Physiotherapie oder Chiropraktik. In den USA ist Osteopathie in die Schulmedizin integriert, während sie in einigen europäischen Staaten wie England, Belgien, Frankreich und der Schweiz als eigenständige Medizinform anerkannt ist. Auch in Deutschland ist die Popularität der Osteopathie bereits sehr groß: Der 2004 gegründete Dachverband BAO hat die Aufgabe, die Qualtität der mindestens fünfjährigen Ausbildung zu sichern und den Beruf des Osteopathen zu etablieren. Die offizielle Anerkennung ist wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit -in Hessen ist Osteopathie seit 2008 anerkannt!
Osteopathische Grundlagen Der Grundgedanke der Osteopathie ist, dass jeder Mensch eine selbstheilende Kraft besitzt. Sind die Körperstrukturen des Menschen in einem harmonischen Zustand, können diese selbsregulierenden Kräfte freigesetzt werden. Harmonie bedeutet, dass Durchblutung, Lymphsystem und die nervliche Versorgung intakt sind, um den ständigen Auf- und Umbauprozess des Körpers zu gewährleisten: Leben ist Bewegung. Dafür müssen Wirbelsäule und Gelenke (Parietale Osteopathie) und all ihre umgebenden Strukturen wie Muskeln oder Bindegewebe (Fasciale Osteopathie) frei beweglich sein. Ebenso dürfen keine anormalen Spannungen unseren gesamten Kopfbereich (Cranio-Sacrale Osteopathie) und unsere inneren Organe (Viscerale Osteopathie) beeinträchtigen.
Der Patient heilt sich selbst Bewegungseinschränkungen und anormale Spannungen entstehen durch Überlastungen, Unfälle, Enzündungen, Vernarbungen, toxische Belastung nach Medikamentenmissbrauch oder falsche Diät, körperlichen und seelischen Stress, um nur einige Ursachen zu nennen. Mit speziellen Techniken aus den verschiedenen Teilbereichen der Osteopathie werden diese Blockaden und Disharmonien rein mit den Händen gelöst, die Organbeweglichkeit normalisiert und so die Selbstheilungskräfte reaktiviert. Die Osteopathie bietet viele Vorzüge. Sie erlaubt nicht nur das Behandeln von Beschwerden und Erkrankungen, sondern auch deren Ursprung. Ein Osteopath untersucht also immer erst seine Patienten. Nur so kann er feststellen, ob er überhaupt helfen kann. Zudem versteht sich die Osteopathie als eine ganzheitliche Form der Medizin. Sie berücksichtigt immer den gesamten Organismus und nicht einzelne Beschwerden. Denn oft liegen Symptome und Ursachen einer Krankheit weit auseinander, zeit sich also eine Krankheit an ganz anderer Stelle als dort, wo ihr Auslöser sitzt. Auch deshalb wird eine Patientin in der Osteopathie nie als "Erkrankung xy" behandelt, der ein normiertes Therapiekonzept übergestülpt wird, sondern immer als Individuum wahrgenommen und respektiert. Jeder Mensch besitzt seine ganz eigene Krankengeschichte – diese versucht der Osteopath aufzuspüren.
Osteopathie als Prävention Behandelt werden vorwiegend Funktionsstörungen. Darunter versteht man Einschränkungen in Körperaubläufen, ohne dass schon offensichtliche Krankheitszeichen ausgebildet werden. Die Osteopathie ist deshalb eine wichtige Form der Medizin – Prävention.
Mit Handauflegen oder Massage hat diese Form der Medizin nichts zu tun. Osteopathie ist vielmehr eine äußerst wirksame Form der manuellen Medizin. Sie erlaubt, bis zu den inneren Strukturen und Regulationsmechanismen des menschlichen Körpers vorzudringen, um auf diese sanft einzuwirken. Dazu besitzt die Osteopathie ein wissenschaftliches Fundament, auf dem sie aufbaut, eigene Prinzipien, die sie tragen und ein Konzept, das sie kennzeichnet. Ein qualifiziert ausgebildeter Osteopath muss die Grundlagenfächer der Humanmedizin perfekt beherrschen, also den menschlichen Körperbau von Knochen, Sehnen, Muskeln bis zu inneren Organen, Gewebestrukturen und Nervenbahnen genauestens kennen (Anatomie), seine Entstehung kennen (Embryologie), die Funktionsweise dieser Strukturen beherrschen (Physiologie) und über Merkmale von Krankheiten Bescheid wissen (Pathologie). Natürlich kann die Osteopathie nicht bei allen Beschwerden helfen, doch erlaubt sie oft, eine teure und aufwändige Behandlung zu umgehen, und wenn man auf das Letztere nicht verzichten kann, dann bietet die ergänzende osteopathische Behandlung in jedem Fall eine wirksame Unterstützung, die den Medikamentenverbrauch meist zu reduzieren hilft oder die Heilung beschleunigt.
|




