Osteopathie bei Mutter und Kind

 

„Wie der Ast gebogen wird so wächst der Baum“
Dr. William Garner Sutherland

Osteopathie bei Babys, Kinder und Schwangeren

Der Besuch beim Osteopathen mit einem neugeborenen Kind dient vor allem der Prävention. Babys wachsen sehr schnell und der Aufbau des Knochengewebes schreitet rasch voran. Je weicher die Strukturen, desto leichter sind sie zu korrigieren. Daher können die besten Ergebnisse bis zum Ende der ersten Lebenswoche erzielt werden.

Blockaden oder Fehlstellungen können einen Menschen über das gesamte Leben begleiten und mitunter zu größeren Dysfunktionen führen. Nicht alle Disharmonien manifestieren sich sofort wahrnehmbar. Deswegen empfehle ich, alle Kinder vorsorglich vom Osteopathen untersuchen zu lassen. Mit wenigen kurzen Sitzungen können Blockaden gelöst und einem Menschen für seine Zukunft Leiden ersparen.

Wenn Sie gleich nach der Entbindung nicht in der Lage sind meine Praxis zu besuchen - kein Problem. Ich mache gern auch Hausbesuche!
 

 
Indikationen bei Mutter und Kind
 
Rückenschmerzen und Blockadegefühl im Beckenbereich noch vor der Schwangerschaft, eine problematische Schwangerschaft, Krankheiten während der Schwangerschaft, toxische Belastung durch Medikamente, Alkohol, Nikotin während der Schwangerschaft, mentale Überlastung in Familie. Nach einer problematischen langen Geburt, z.B. mit Zange, Saugglocke, PDA, oder Wehen-Einleitung sollten unbedingt Kind und Mutter sich untersuchen lassen.
 
Dazu gehören auch Kindern nach Kaiserschnitt und Mehrlinge. Bei deren habe ich erhöhte  Spannung, Blockaden, sogar strukturale Dysfunktionen in Becken und Hüftgelenken (Hüftdysplasie), Fuß- Beindeformitäten beobachtet.
Bei der Mutter ist undbedingt die Narbe zu behandeln. Verwachsungen können zu Störungen in Becken- und Lendenbereich der Wirbelsäule, der Blasenfunktion und zu Libidoverlust führen.

Bei Schwangerschaft und nach Geburt:

 

  • Rückenschmerzen während und nach der Schwangerschaft
  • Kopfschmerzen
  • Fehllagen des Babys
  • Kaiserschnitt,Dammschnitt-  Narbenversorgung
  • Wochenbettdepression
  • Probleme bei Stillen

 
Indikationen bei Babys
  • Saug- und Schluckprobleme
  • Schlafprobleme, Schreibabys
  •  Schiefhals (KISS-Syndrom), Schielen
  • Asymmetrien bei Körperhaltung
  • Stillprobleme, Erbrechen oder Spucken nach dem Stillen (Reflux)
  • Verstopfungen, Darmkoliken, Blähungen
  • Länger anhaltende Durchfälle
  • Stuhl seltener als 3 Tage
  • Plagiozephalie (Deformitäten in  Form von den Kopf)
  • Häufige Infektionen
  • Ausfall von einem Entwicklungsschritt  
    • z.B. Kind hat nicht gekrabbelt aber kann schon stehen

 
Indikationen bei Kindern

  • Paukenhöhlenergüsse
  • Chronische Mittelohrentzündungen
  • Darmkoliken
  • Bronchitis, Asthma
  • Bettnässen, Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
  • Entwicklungsverzögerungen (Grob- und Feinmotorisch, psychosozial)
  • Sprach-, Visusprobleme
  • Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS)
  • Koordination- Gleichgewichtstörung z.B. Kind fällt öfters um 
  • Haltungsprobleme, Skoliosen
  • Lern- und Konzentrationsprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Biss-, Kiefergelenksproblematiken
  • Sportverletzungen, Abneigung gegen Sport
  • Kopfverletzungen, Verkehrsunfälle Zustände nach Operationen
  • Narbenbehandlung
  • Funktionsprobleme von allen Organen 
    • z.B. durch ausbalancierte vegetative Steuerung z.B. Über-, Untergewicht
  • Behandlung nach starker Entzündungen (Blase, Nieren, Lungen, usw.)
    • Zustände nach neugeborenen-Ikterus ( Gelbsucht), öfters Infekte, toxische Belastung nach Impfungen, Antibiose kann durch gezielte osteoplastische Drainage unterstützt werden

Indikationen bei Teenagern


…. und noch dazu
  • Stoffwechselprobleme
  • schmerzhafte Mensis bei Mädchen

Dysfunktionen und Geburt

 
Für Mutter und Kind ist die Geburt etwas ganz Natürliches, ist aber gleichzeitig eine extreme Belastung. Der Körper des Kindes wird dabei hohen physikalischen Kräften ausgesetzt. Nicht ohne Bedeutung sind hier Alter und Fitnessstand der Mutter. Der Vorgang einer ganz normalen Geburt kann tiefgreifende Spuren hinterlassen. Immerhin drückt die Gebärmutter den Schädel des Kindes um bis zu zwei Zentimeter im Durchmesser kegelförmig zusammen. Der Widerstand des Damms bei der Drehung in der Beckenhöhle lässt einzelne Schädelknochen sich übereinander schieben.
 
Die Geburt des Kopfes durch den engen Beckenausgang kann die Knochen der Schädelbasis und mit ihnen die dazwischen liegenden zahlreichen Durchgänge für Blut- und Nervenbahnen zusammenstauchen. Kehren die Knochen der Schädelbasis danach nicht in ihre ursprüngliche Lage zurück, bleiben oft auch die Blut- und Nervenbahnen in ihrer Funktion beeinträchtigt.
 
Die nach dem Kopf austretenden Schultern, Schlüsselbeine und Rippen können zu extremen Drehungen oder Neigungen des Halses oder Rumpfes führen, mit Auswirkungen auf Halswirbel, Muskeln, Faszien und darunter liegende Organe. Auch wenn diese Kräfte vor allem auf den Kopf- und Halsbereich einwirken, können sie dennoch über den Schädel entlang der Wirbelsäule, Rippen bis hin zum Becken in den unterschiedlichsten Strukturen und deren Funktionen des Säuglings Folgen zeigen.
 
Stauchungen in Wirbelsäule und Rippen haben Einfluss auf die neurologische vegetative Steuerung von Organen und ihre Funktion; betroffen können sein: Verdauungssystem, Atemsystem, Niere, Blase, Herz usw.
 
Bei den so genannten Schrei- und Spuckkindern lassen sich diese – wie vor erwähnt – Asymmetrien des Schädels  entdecken oder es können beidseitige Kompressionen der Schädelknochen bzw. der oberen Kopfgelenke, des Wirbelbereichs oder Rippen festgestellt werden.
 
Besonderes Augenmerk gilt drei Schädelknochen, den beiden Schläfenbeinen und dem Hinterhauptbein. Die drei Knochen treffen an der Schädelbasis zusammen. An ihrer Verbindungsstelle befinden sich verschiedene Schädellöcher, durch die Blutgefäße und Nerven hindurchführen. Asymmetrien oder Kompressionen können die Löcher in ihrer Lage und Größe verändern und so Gefäße und Nerven einengen. Bei Schrei- und Spuckkindern sind hiervon vor allem der Zungen-Schlund-Nerv (Nervus glossopharyngeus) und der Eingeweidenerv (Nervus vagus) betroffen. Der Zungen-Schlund-Nerv steuert die Muskeln, die das Saugen und Schlucken ermöglichen. Ist er beeinträchtigt, sabbern die betroffenen Kinder häufig. Der Eingeweidenerv lenkt hingegen die Verdauung. Wird er komprimiert, kann die Verdauung gestört werden, was unter Umständen Blähungen, schmerzhafte Koliken und schwallartiges Spucken verursacht.
 
Führen die Kompressionen zu Störungen im Bereich des Schläfenbeins, kann der Gleichgewichtssinn und Gehör gestört werden, was die zunehmende Aufrichtung des Kindes beeinträchtigt. Als Symptome zeigt sich dann eine verminderte Kopfkontrolle.
 
Druck und Torsionen in Gesichtsschädel können auch zu Dysbalance in Augenmuskeln führen. Kind schielt, sieht schlecht, hat als Folge eine schlechte Haltung oder leidet an Kopfschmerzen.
 
Ein- und Durchschlafprobleme können entstehen, wenn sich eine Schädelkompression auf das Hinterhauptbein und den ersten Halswirbel, den Atlas, auswirkt. Betroffene Kinder reagieren auf den Druck, indem sie den Kopf weit in den Nacken nehmen und so dem Druck vorübergehend ausweichen.
 
Nicht immer schreien Kinder, weil sie an Schmerzen, etwa im Magen-Darm-Trakt, leiden. Asymmetrien und Kompressionen im Kopf- und Halsbereich können auch einen Zug auf die Dura mater auslösen, der sich als Unwohlsein bemerkbar macht.
 
Kinder die in Beckenendlage fixiert waren, bei Mehrlingen, aber auch bei Einzelschwangerschaft wo wenig Platz in Uterus war, sind Beckenknochen und Beine unter Dauerdruck. Diese Kinder kommen mit sog.  O- , X-Beinen, Hüftdysplasien oder Fußdeformitäten auf die Welt. Wenn auch die Hüften durch Breitwickeln oder Schienen gut versorgt werden können, bleibt immer noch die Spannung in Bein- und Beckenknochen erhalten. Ich empfehle eine Behandlung, noch bevor das Kind zu laufen beginnt.
 
Im Alter bis zu zwei Jahren ist das Wachstum des Gehirns fast abgeschlossen. Ein letzter Wachstumsschub folgt in der Pubertät. Knochen vom Schädel ossifizieren in großen Teilen bis zum 5.-6. Lebensjahr, erst mit 20 -25 ist den ganzen Skelett fest verknöchert. Mit zunehmendem Alter schwindet der Anteil von weichen Knorpeln zugunsten von harten Knochen. Je härter die Struktur, desto schwieriger die Selbstheilung und Selbstkorrektur des Skeletts.

 
Lassen sie Ihr Kind gerade und gesund wachsen und leben. Es geht um bewusstes Mitwirken und Handeln.
 
Vorbeugen ist leichter als heilen.